Interkulturelle Kompetenz - was ist das eigentlich?

Immer wieder werden wir gefragt, was sich hinter interkultureller Kompetenz verbirgt, wie man diese erwerben kann und wofür diese nützlich ist - im folgenden haben wir Fragen, die uns hierzu erreicht haben gesammelt und beantwortet. 

Gerne beantworten wir auch Ihre Fragen, mailen Sie uns: info@intercultural-competence.com

Interkulturelle Kompetenz ist die Fähigkeit, verschiedenste Blickwinkel / Perspektiven zu überbrücken und dadurch Kommunikationsschwierigkeiten zu mindern. Kann interkulturelle Kompetenz Konflikte verhindern? Nein, sicher nicht gänzlich. Aber, mit Hilfe interkultureller Kompetenz können Wege aufgezeigt werden, die andere Seite besser zu verstehen, den eigenen Standpunkt als relativ zu betrachten und Fettnäpfchen zu vermeiden.

In interkulturellen fordernden Situationen sind Emotionen omnipräsent. Man versteht sich einfach nicht und emotional gesehen führt dies zu Ärger, Missmut oder Betroffenheit. Ein auf die Situation angepasstes Verhalten ist kaum möglich, Handlungsoptionen fehlen und man reagiert „standardmäßig“ und folgt eigenen Verhaltensmustern.

Wenn ich aber aufgrund meines Wissens einen Kommentar oder ein Verhalten wahrnehmen kann, ohne emotional betroffen sein zu müssen, dann kann ich auch meine Reaktion darauf ausrichten. Dies bedarf neben der Wissensvermittlung auch eine Stärkung der eigenen Fähigkeiten, wie die der Reflektion, der Empathie, der Selbst-Regulierung etc. die erlernt und eingeübt werden müssen.

Wozu interkulturelle Kompetenzentwicklung?

Interkulturelle Kompetenz ist kein Trend, sondern eine Notwendigkeit in einer zunehmend globalisierten Welt. Mehr als je zuvor in der Geschichte der Menschen, ist das Zusammentreffen verschiedenster Kulturen alltäglich. Reisen wird immer günstiger. Berufliches Reisen wird immer notwendiger, die Vermischung von Nationen immer alltäglicher. Leider ist diese Entwicklung begleitet von Missverständnissen, die über sprachliche Barrieren weit hinausgehen.

Interkulturelle Kompetenz ist die Fähigkeit, Missverständnisse zu erkennen und zu überbrücken.

Aus Missverständnissen oder auch gänzlich verschiedene und nicht überbrückbare Perspektiven, die aufgrund von unterschiedlichen Wert- und Norm-Systemen existieren, können Zustände von Unsicherheit bis hin zu Angst entstehen. Zustände, die interkulturelle Kompetenz mit Wissen, Verständnis und Methoden zur Überbrückung ausgleichen will und kann.

Interkulturelle Kompetenz fördert das gegenseitige Verständnis verschiedenster Kulturen.

Durch die zunehmende Globalisierung erleben Unternehmen schon seit Jahren die Vermischung verschiedenster Kulturen und gegensätzlicher Perspektiven. Perspektivunterschiede treten auch in homogenen Teams auf und führen nicht selten zu ähnlich schwerwiegenden Missverständnissen bis hin zu Unverständnis, wie in diversen Teams bestehend aus verschiedenen Nationalkulturen. Ganz aktuell beschäftigt unsere Gesellschaft der immense Flüchtlingsstrom, den es zu bewältigen gilt. Menschen aus verschiedensten Kulturen treffen in Europa ein und dies schürt auf beiden Seiten Unsicherheit bis hin zu Angst. Im direkten Aufeinandertreffen fühlen wir die Unterschiede unmittelbar. Fehlt interkulturelle Kompetenz sind Konflikte jeder Art vorprogrammiert. 

Auf beiden Seiten gilt es, interkulturelle Kompetenz zu fördern – dies unterstützt einerseits die Flüchtlinge bei der Integration, da explizit in der Kompetenzförderung Verhaltensweisen, Regeln und Erwartungen vermittelt werden. Auf europäischer Seite wiederum unterstützt die Kompetenzförderung, Unsicherheiten und Ängste abzubauen.

Für wen ist das Thema wichtig?

Interkulturelle Kompetenz ist in der heutigen Zeit für jede Person und jedes Unternehmen relevant und sollte solide erworben werden.

Da interkulturelle Kompetenz nicht nur die Fähigkeit ist, internationale Besonderheiten, Verhaltensweisen und Missverständnisse zu überbrücken, sondern „Kultur“ auch als Expertise, als Perspektive eines Einzelnen oder einer Abteilung versteht, ist die Entwicklung von interkultureller Kompetenz für jede Größe und Art eines Unternehmens oder einer Organisation von Interesse. 

Eine starke Unternehmenskultur dank interkulturellem Kompetenzaufbau.

Ein praktisches Beispiel verdeutlicht dies: Viele Konflikte in Teams entstehen durch verschiedenen Blickwinkel, Perspektiven und Prioritäten der einzelnen Teammitglieder in einem Thema. Subjektiv gesehen sind alle Blickwinkel relevant, führen jedoch in der Sache häufig zu zeitlichen Ausdehnungen des Projektes, unnötigen Meetings, verzögerten Abgabeterminen bis hin zur Frustration einzelner Mitglieder. Die Überbrückung dieser diversen Perspektiven bei gleichzeitiger Wertschätzung ist Teil des sog. Diversity Managements, das gleichzeitig interkulturelle Kompetenz voraussetzt. 

Gibt es Geschichten, Erfahrungen, die das Thema plastisch machen?

Es gibt zahlreiche Beispiele aus der Wirtschaft, die aufzeigen, in welche Fettnäpfchen ein Unternehmen treten kann, wenn zum Beispiel international ein neuer Markt erschlossen werden soll. So steht die Farbe weiß nicht immer für Reinheit, sondern kann auch den Tod symbolisieren. Namen können unterschiedlich betont gänzlich verschiedene Bedeutungen haben. 

Werfen Sie sich doch nur einmal einen Blick in die unmittelbaren Nachbarländer und schauen Sie sich dort Fernsehwerbung an. Sie werden schnell feststellen, wie verschieden die Sehgewohnheiten und werblichen Ansprachen sind. Doch nicht nur in der Werbung, auch politische Botschaften werden häufig komplett unterschiedlich aufgearbeitet und kommuniziert.

Ein kleiner Zischlaut kann große Emotionen auslösen. Direkter oder fehlender Blickkontakt kann als Beleidung empfunden werden.

Im Alltag verwenden wir unbewusst Laute und Gesten, denen wir uns erst bewusst werden, wenn das Gegenüber darauf überraschend reagiert. So kann der Blick eines Jugendlichen in die Augen eines Lehrers eingefordert werden als Aufmerksamkeitsmerkmal und Respektbekundung. Das gleiche Verhalten bedeutet in andern Kulturen genau das Gegenteil und kann als Affront verstanden werden.

Der kleine Zischlaut „Tsch“ der in manchen Kulturen angewendet wird um Ruhe zu erzeugen, wird als rüde und beleidigend in anderen Kulturen empfunden.

Es sind Kleinigkeiten, unbewusste Gesten, Worte, Verhaltensweisen die zu großen Konfliktpotentialen führen.

In Teams ist die häufigste Schwierigkeit innere Resignation und/oder emotionale Betroffenheit – Konflikte kommen nicht mehr auf den Tisch, sondern werden einfach totgeschwiegen. Welche Auswirkung dies auf die zwischenmenschliche Beziehung, die Effizienz in Projekten, das Klima in Teams und Unternehmen sowie auf die Produktivität hat, ist offensichtlich.

Wie kann ich den Wert von interkultureller Kompetenz messen?

Interkulturelle Kompetenz ist direkt nicht messbar, was messbar ist, ist das Fehlen von interkultureller Kompetenz und die daraus entstehenden Konsequenzen. Ein CEO eines international aufgestellten südbadischen Unternehmens mit Mitarbeitern aus mehr als 9 Nationen, hat hierzu folgende Aussage getroffen: „... die steigenden Umsätze schlugen sich nicht positiv in den Erträgen nieder. Ganz im Gegenteil - das schwierige interne Klima sorgte für einen stagnierenden Ertrag bei steigendem Umsatz.­.. Eine meiner Erkenntnisse ist damit ganz simple: Mitarbeiterzufriedenheit und Ertrag gehören unmittelbar zusammen.“

Ein weiteres Beispiel zeigt, das auch direkt Geld verschwendet werden kann, wenn nicht zuvor die interkulturellen Gegebenheiten geprüft werden.

So hat ein Schweizer Pharmakonzern vor Jahren eine Vitamintablette auf den japanischen Markt gebracht und musste dann feststellen, das es sich um eine Fehlinvestition handelte. Die gesamte Produktentwicklung, das Verpackungsdesign, die Vermarktung, alles musste erneut auf den Prüfstand und erneut finanziert werden. Aus einfachem Grunde: Weiß steht in Japan für den Tod - eine weiße Vitamintablette ist daher schwer vermarktbar.

Ich bin Mittelständler, welche Bedeutung hat das Thema für mich?

Wenn Sie als Mittelständler international Ihre Produkte vertreiben wollen, dann ist interkulturelle Kompetenz für Sie von Bedeutung, um die Bedürfnisse, die Ansprache und die Verhaltensweisen anderer Länder verstehen zu können.

Wenn Sie als Mittelständler eine internationale Belegschaft beschäftigen, dann ist interkulturelle Kompetenz für Sie von Bedeutung, um Konflikte zu vermeiden und um ein positives Unternehmensklima zu schaffen, in dem Innovation und Produktivität florieren können.

Wenn Sie als Mittelständler trotz homogener Belegschaft im Hinblick auf Sprache und Herkunft dennoch von internen Krisen betroffen sind, dann hilft Ihnen interkulturelle Kompetenz zu einer Unternehmenskultur zu gelangen, die sich positiv auf die Mitarbeiterzufriedenheit und den Ertrag auswirken wird. 

Wie kann ich interkulturelle Kompetenz erwerben?

Der erste Schritt in Richtung interkulturelle Kompetenz ist die Anerkennung der Tatsache, dass es unmöglich ist, mein Gegenüber zu 100 % richtig zu verstehen und zu 100 % richtig zu adressieren. Dies ist noch nicht einmal in homogenen Settings möglich.

Gleichzeitig ist diese Erkenntnis jedoch nicht mit Resignation oder mit negativer Konnotation zu besetzten, ganz im Gegenteil: es soll den nötigen Freiraum schaffen und die nötige Freiheit geben, einen interkulturellen Dialog zuzulassen ohne gleich Bewertungen, wie richtig oder falsch, zu treffen.

Ein nächster Schritt ist die Akzeptanz, dass es nicht die eine Wahrheit geben kann.

Es kommt stets auf den Blickwinkel und Perspektive an: 7 ist hier eine magische Zahl. Alle 7 Jahre durchleben wir Entwicklungsphasen – wirtschaftliche Zyklen, aber auch Zyklen der menschlichen Entwicklung: mit 7 Jahren ca. kommen Kinder in die Schule, mit ca. 14 Jahren erleben Jugendliche die Pubertät, mit Anfang 20 beginnen junge Erwachsene ihr Studium oder treten in den Beruf ein. Die Reihe lässt sich fortführen und Sie werden selbst leicht die einzelnen Phasen erkennen können. 

Erwarten Sie keine Rezepte, sondern ein Spektrum von Möglichkeiten.

Dann gilt es, Wissen aufzubauen und die eigene Kommunikationsfähigkeit, die eigene Konfliktfähigkeit und die Fähigkeit nach neuen Lösungswegen zu suchen, zu verbessern. Dazu kommen Erfahrung und Offenheit sowie eine hohe Selbstreflektion über eigene Motive, Vorgehensweisen und Kommunikationsstile.

Das Interessante an der interkulturellen Kompetenzentwicklung: Sie endet nie. Und im Gegensatz zu interkulturellen Trainings werden keine Rezepte, To Do Listen oder Stereotype Verhaltensweisen vermittelt, da diese in der Begegnung mit Menschen aus unserer Sicht nie erfolgreich sein können.

Wie kann ich meine Leute schulen?

Bevor Sie ein Weiterbildungskonzept auf dem Markt auswählen, macht eine grundsätzliche Entscheidung nach folgenden Kriterien im Vorfeld Sinn:

Wie stark sollte die Weiterbildung auf Ihre Bedürfnisse maßgeschneidert sein? 

Klassische Programme auf dem Markt adressieren eine Gruppe von Menschen verschiedener Unternehmen. Der Vorteil: Ihre Mitarbeitenden gewinnen Einblick in andere Unternehmen und erhalten theoretische, vielleicht auch praktische Impulse auf ihre Fragestellungen. Der Nachteil: es findet kaum ein unternehmensinterner Wissensaufbau und Austausch statt. Die präsentierte Theorie bleibt breit gefächert und praktische Anwendungstipps müssen selbst im Alltag erschlossen werden. 

Wie stark wollen Sie Wissen und Kompetenz in Ihrem eigenen Unternehmen aufbauen? 

Der Besuch eines externen Seminars bringt sicher wertvolle Impulse für das eigene Unternehmen, doch leider mit wenig Nachhaltigkeit. Ein eigenes, internes Wissensmanagement zu etablieren ist inzwischen überlebensnotwendig für jedes Unternehmen jeder Größe. Es gilt den aktiven Austausch zwischen den Kollegen zu fördern, um so theoretisches Wissen zu verbreitern und praktisches Wissen zu vertiefen. 

 

Was spricht für ein maßgeschneidertes internes, modulares Weiterbildungsprogramm? 

Sie werden überrascht sein, wie viel dafür spricht: Maßgeschneidert bedeutet auf Ihre konkreten Bedürfnisse punktgenau und akkurat zugeschnitten. Ineinander verzahnte und aufeinander aufbauende Intensiv-Module, die inhouse durchgeführt, den Zeitinvest für die Mitarbeitenden minimiert. Module, die interaktiv die Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg fördern und die Beziehungen der einzelnen Mitarbeitenden ihres Unternehmen stärken. Eine Investition, die im Vergleich zu externen Angeboten nicht nur günstiger, sondern auch effektiver und effizienter ist.