Praxistipps im interkulturellen Umfeld

Sie wollen mehr praktische Tipps rund um die Entwicklung interkulturelle Kompetenz?

Hier finden Sie Antworten auf Fragen, die uns erreicht haben.

Gerne beantworten wir auch Ihre Rückfragen, kontaktieren Sie uns unter info@intercultural-competence.com

Was sind die häufigsten Fehler, die ich im Umgang mit anderen Kulturen machen kann?

Der gröbste und leider auch häufigste Fehler ist, davon auszugehen, dass wir alle Menschen sind und Unterschiede somit negiert werden bzw. verharmlost. Eine solche sog. ethnozentrische Sicht marginalisiert die unterschiedlichen Bedürfnisse und beleidigt andersdenkende zutiefst. 

Ein weiterer, leider auch sehr grober Fehler liegt in der Fehleinschätzung, Menschen aus einer anderen Kultur in ihrem Verhalten zu kopieren. Dies sorgt nicht nur für den Verlust der eigenen Authentizität, sondern führt beim Gegenüber im besten Falle zur Belustigung. 

Es gibt so viele Fallstricke und Fettnäpfchen, in die man unbewusst aber auch wissentlich treten kann, dass eine wirkliche Beantwortung der Frage kaum möglich ist. Insbesondere, da jede Kultur andere Fehlersets mit sich führt. Wollen Sie daher konkret mehr über ein Land erfahren, und die häufigsten Fehler im Umgang mit dieser Kultur, dann kontaktieren Sie uns bitte, gerne unterstützen wir Sie hier.

Auf was muss ich besonders achten?

Auf das, was nicht gesagt wird – auf das Unausgesprochene, was sich aber im Verhalten, in der Mimik, in der Aufmerksamkeit, in der Wortwahl, zwischen den Zeilen versteckt. 
Ein ganz praktischer Tipp ist, sich selbst komplett zurückzunehmen und zu erst einmal wertneutral den Gegenüber und sein Verhalten zu beobachten, zu zuhören, und diesen aufmerksam wahrzunehmen. 

Wie entstehen interkulturelle Missverständnisse? 

Kultur kann man sich vorstellen wie eine Zwiebel – ganz viele Schichten, die übereinander gelagert unser Verhalten, unsere Wahrnehmung, unsere Sprache, unseren Alltag bestimmen. Die innenliegenden Schichten sind uns selbst meist verborgen, wir handeln intuitiv, unbewusst, den Normen der Gesellschaft in der wir leben angepasst.

Unsere Gewohnheiten, Einstellungen und Denkweisen werden uns erst bewusst, wenn wir mit "anderen Zwiebeln" konfrontiert werden und so unmittelbar Fremdheit erleben. Ein anderes gern genutztes Model das dies anschaulich erklärt, ist das Eisbergmodell. Wie bei Eisbergen liegt der Großteil unter der Wasseroberfläche und nur die Spitze ragt sichtbar aus dem Meer heraus. Dies macht Eisberge bekanntlicherweise besonders gefährlich, bzw. schwer einschätzbar. 

Kultur funktioniert ähnlich. Wir erleben unsere Kultur nicht bewusst sondern unbewusst, verdeckt von vielen uns umgebenen Schichten die uns einbetten und bestimmen oder durch Wasser, wie im Eisbergmodell. Erst wenn wir mit "Anderen" kollidieren, dann erleben wir unsere Grenzen bewusst und reagieren darauf. 

Interkulturelle Missverständnisse sind also unausweichlich und omnipresent, da unsere innerste Kultur individuell und gleichzeitig gesellschaftlich geprägt ist und unser Handeln und Denken davon stark beeinflusst wird. Der innerste Kern unserer "Zwiebel", der breiteste Teil unseres "Eisberges" wird bestimmt durch unsere Werte und die Fragen: was finden wir gut und was werten wir ab, was können wir akzeptieren und wo stossen wir an unsere Grenzen, was können wir teilen und was wollen wir schützen? 

Interkulturelle Missverständisse zeigen an, wo wir den "Anderen" das "Gegenüber" nicht mehr verstehen und die Perspektive, dem Denken und dem Handeln des "Anderen" nicht mehr folgen können.

Was kann ich tun, um interkulturelle Missverständnisse zu vermeiden?

Nichts. Vermeiden ist unmöglich, aber damit umgehen, das kann erlernt werden.